Zertifiziert nach QEP

Prof. Wacker

Dr. Felgner

Dr. Franz

Institut für Hämatopathologie

Lymphknoten und Lymphom Konsultation

Molekularpathologie

Molekularpathologische Methoden erlauben den Nachweis von genetischen Veränderungen auf molekularer Ebene.

Diese Veränderungen unterstützen häufig die Diagnosestellung oder sie können für prognostische Aussagen herangezogen werden. Außerdem kann die Feststellung einiger Mutationen die Auswahl der zur Therapie eingesetzten Medikamente eingrenzen.

Für die Untersuchung wird aus dem eingesandten Material zunächst die Erbsubstanz, die DNA, extrahiert. Mittels (nicht fett schreiben!) PCR (Polymerase-Kettenreaktion) können nun kleine Genabschnitte in großem Ausmaß vermehrt (amplifiziert) und hierdurch in nachfolgenden Analysen genauer untersucht werden. Für die Herstellung der PCR-Produkte werden vereinfacht dargestellt die DNA-Doppelhelixes der Chromosomen aufgetrennt, es binden zwei Primer, die den Zielbereich flankieren, und eine Polymerase amplifiziert diesen Bereich in vielen PCR-Cyclen bis ausreichend Material für die weiteren Analysen hergestellt wurde. Die PCR bildet die Grundlage für viele molekulargenetische Untersuchungen.

Sind die Primer an Fluoreszenzfarbstoffe gekoppelt können die PCR-Produkte in einer anschließenden Fragmentlängen-Analyse dargestellt werden und dadurch Genveränderungen festgestellt werden, die auf einer Verlängerung (Insertion) oder Verkürzung (Deletion) des fraglichen DNA-Abschnitts beruhen. Außerdem werden in unserem Labor mit Hilfe dieser Methode Klonalitätsanalysen für B- und T-Lymphozyten durchgeführt.

In der Real-Time-PCR oder Echtzeit-PCR werden die DNA-Abschnitte bei gleichzeitiger Freisetzung von Fluoreszenzfarbstoffen vervielfältigt. Spezielle Geräte messen die freigesetzte Fluoreszenz nach jedem PCR-Zyklus (daher der Name "Real Time"). Die Fluoreszenz dient als Maß der gebildeten PCR-Produktmenge. Wir setzen diese Methode z.B. für den Nachweis der JAK2-Mutation im Exon14 (V617F) ein.

Zum Nachweis der häufigsten Mutationen im NPM1-Gen führen wir eine Schmelzkurvenanalyse der gebildeten PCR-Produkte durch. Die Schmelzkurve eines PCR-Produktes mit Mutation unterscheidet sich von der Schmelzkurve eines PCR-Produktes ohne Mutation. Das Schmelzkurven-Verhalten wird wiederum durch Freisetzung von Fluoreszenz dargestellt.

Die DNA-Sequenzierung (Sanger-Sequenzierung) dient dem Auffinden von Veränderungen in der Basenabfolge (DNA-Sequenz). Diese Untersuchung wird in unserem Institut zur Detektion für diverse Mutationen durchgeführt.

Die Technik des Next Generation Sequencing (NGS) beruht auf der gleichzeitigen Sequenzierung einer großen Zahl unterschiedlicher Genabschnitte. In unserem Labor werden zur Zeit mittels eines für uns angefertigten Panels durch die Fa. Illumina 35 Gene untersucht. Sie dient der Detektion komplexer genetischer Mutationen insbesondere bei Myelodysplasien und akuten myeloischen Leukämien.

Das Spektrum der Analysen wird ständig erweitert. Wir sind gerne bereit, weitere Nachweis für gewünschte Zielgene hier zu etablieren. Sprechen Sie uns an!



Angebotene Untersuchungen:

ErkrankungUntersuchungMethode
Maligne LymphomeKlonalität T-Zell-Rezeptor (gamma-, beta-, delta-Kette) Klonalität B-Zell-Rezeptor (IgH, IgK, Lambda) Genescan
MPNJAK2 V617F und MPL W515L/KReal-time PCR
MPNCALR und JAK2 Ex12Sequenzierung
MastozytosecKIT D816Sequenzierung
AMLNPM1Schmelzkurve
AMLFLT3-ITD, FLT3-TKD, CEBPA, DNMT3A R882, cKit Ex8, IDH1/2Sequenzierung
MDS/MPNSRSF2 P95, ASXL1 Ex12, SETBP1, SF3B1Sequenzierung
HCLBRAF V600Sequenzierung
LPL (Immunoblast.)MYD88 L265Allelspez. PCR
CLLNOTCH1 Ex34Sequenzierung
GISTcKIT Ex9 und Ex11 und PDGFRA Ex18Sequenzierung
AML/MDS/MPN35 Gene (obige, zus. CBL, CDKN2A, CSF3R, CXCR4, ETV6, EZH2,
IKZF1, KRAS, NRAS, PTEN, RUNX1, TET2, TP53, U2AF1, WT1, ZRSR2)
NGS
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